Abwechselungsreich und topfit

Bayerische Blasmusik, Mai 2005

Musikverein Sulzbach: Dass die Sulzbacher Orchester musikalisch topfit sind, bewiesen sie bei ihrem Konzert. Weder Tempi- noch Rhythmuswechsel schienen den Musiker(inne)n unter Leitung von Winfried Rehse Probleme zu bereiten.

Entsprechend abwechslungsreich war das Programm: Musik aus Filmen wie »Fluch der Karibik«, mit der das Jugendblasorchester eindrucksvoll sein Können bewies, Klassik, wie »Hymne und der Triumphmarsch« aus Verdis »Aida«, Musical-Melodien wie das Medley aus »Starlight-Express«, das mit Gänsehaut-Garantie gespielt wurde.

Perfekter Interpretation folgte frenetischer Beifall: das Sulzbacher Blasorchester Foto: Beckmann
Perfekter Interpretation folgte frenetischer Beifall: das Sulzbacher Blasorchester
Foto: Beckmann

Das sinfonische Blasorchester zeigte keinerlei Berührungsängste und schreckte auch nicht vor allseits bekannten Stücken wie Carl Orffs »Carmina Burana« oder Abbas »Dancing Queen« zurück, die schätzungsweise jeder Dritte zu Hause auf CD besitzt und ein dementsprechend perfektes Spiel mit ebensolcher Interpretation gewohnt ist. Doch die Sulzbacher brauchten keinen Vergleich zu scheuen, wie der frenetische Beifall nach jedem Stück bewies.

Selbst Bürgermeister Hermann Spinnler war so begeistert, dass er nach der ersten Zugabe spontan das Mikrofon ergriff und Musikern und Publikum seine soeben getroffene »einsame Entscheidung« mitteilte: »Ich erlasse euch die Hallengebühr.« Zwei von beiden Orchestern gemeinsam gespielte Stücke beendeten einen wunderbaren Abend mit ausgefallener Blasmusik.

nab

Konzert mit Gänsehaut-Garantie

Die Blasmusik, Mai 2005

Der Musikverein Sulzbach braucht keinen Vergleich zu scheuen. Foto: Nina-Anna Beckmann
Der Musikverein Sulzbach braucht keinen Vergleich zu scheuen.
Foto: Nina-Anna Beckmann

SULZBACH. Mit »das Konzert« hatten die Verantwortlichen des Musikvereins Sulzbach dem musikalischen Ereignis einen recht schlichten Titel gegeben. Dieses war allerdings alles andere als schlicht. Was vor allem das »erwachsene Orchester« bietet, ist Blasmusik auf höchstem Niveau. Weder Tempi noch Rhythmus oder Stimmungswechsel innerhalb eines Stücks schienen den Musikern unter Leitung von Winfried Rehse Probleme zu bereiten.

Dementsprechend abwechslungsreich war auch das Programm: Musik aus Filmen wie »Fluch der Karibik«, mit der das Jugendblasorchester eindrucksvoll sein Können bewies, Klassik, wie die »Hymne und der Triumphmarsch« aus Verdis Aida, Musical-Melodien wie das Medley aus »Starlight-Express«, das mit Gänsehaut-Garantie gespielt wurde. Das Blasorchester zeigte keinerlei Berührungsängste und schreckte auch nicht vor allseits bekannten Stücken wie Carl Orffs »Carmina Burana« oder Abbas »Dancing Queen« zurück, die schätzungsweise jeder Dritte zu Hause auf CD besitzt und ein dementsprechend perfektes Spiel mit eben solcher Interpretation gewohnt ist. Doch die Sulzbacher brauchten keinen Vergleich zu scheuen, wie der frenetische Beifall nach jedem Stück bewies.

Selbst Bürgermeister Hermann Spinnler war so begeistert, dass er nach der ersten Zugabe spontan das Mikrofon ergriff und Musikern und Publikum seine soeben getroffene »einsame Entscheidung« mitteilte: »Ich erlasse euch die Hallengebühr.« Zwei von beiden Orchestern gemeinsam gespielte Stücke beendeten einen wunderbaren Abend.

Nina-Anna Beckmann

Grenzenlose Partnerschaft 25 Jahre mit Leben erfüllt

Gäste aus Urrugne feiern mit ihren Freunden in Sulzbach – Festakt: gegenseitige Geschenke und Versprechen – Heute Bayerischer Bierabend

Main-Echo, 03. Mai 2005

Eine Baskenmütze und eine kunstvolle »Makhila«, ein baskischer Wanderstab, erhielt Bürgermeister Hermann Spinnler als Geschenk von seinem französischen Amtskollegen Léon Marin. Der Sulzbacher Gemeindeschef revanchierte sich mit einem Kissen aus Spessartsandstein, auf dem zwei ineinander verschlungenen Ringen die »Silberhochzeit« der Jumelage symbolisieren. Gefertigt wurde es von der Sulzbacher Steinbildhauerin Helena Papantonioy. Foto: Helmut Gesierich
Eine Baskenmütze und eine kunstvolle »Makhila«, ein baskischer Wanderstab, erhielt Bürgermeister Hermann Spinnler als Geschenk von seinem französischen Amtskollegen Léon Marin. Der Sulzbacher Gemeindeschef revanchierte sich mit einem Kissen aus Spessartsandstein, auf dem zwei ineinander verschlungenen Ringen die »Silberhochzeit« der Jumelage symbolisieren. Gefertigt wurde es von der Sulzbacher Steinbildhauerin Helena Papantonioy.
Foto: Helmut Gesierich

Sulzbach. Herzlich wurden die 70 Gäste aus dem französischen Urrugne mit Bürgermeister Léon Marin an der Spitze am Samstagabend in ihrer Partnergemeinde Sulzbach von Bürgermeister Hermann Spinnler und den Gastfamilien empfangen. Seit 25 Jahren wird die grenzübergreifende Jumelage gepflegt. Aus Anlass dieses Jubiläums wurde drei Tage lang ausgelassen gefeiert.

Dem Festgottesdienst am Sonntag, den Pfarrer Norbert Geiger in der Kirche St. Margareta zelebrierte, geben Fahnenabordnungen der Ortsvereine und der Musikverein Sulzbach eine feierlichen Rahmen. Die beiden Bürgermeister hielten die Lesung in ihrer jeweiligen Muttersprache und legten zum Gedächtnis der Verstorbenen einen Kranz nieder.

Anschließend wurde der Kirchplatz zum Ort partnerschaftlicher Begegnung zwischen den Gästen aus Urrugne und Sulzbacher Einwohnern. Die gegenseitige Verständigung war kaum ein Problem und wurde notfalls mit Händen und Füßen gesichert. Im mit den jeweiligen Landesfarben und den Ortswappen geschmückten Saal folgte der offizielle Teil der Partnerschaftsfeier mit geladenen Gästen. Den Auftakt gab ein zehnköpfiges Bläserensemble des MV Sulzbach, gefolgt von einem Ehrentanz mit einem Pfeifer, Trommler und Tänzer der baskischen Musik- und Tanzgruppe »Airoski«.

Bürgermeister Spinnler erinnerte in seiner in Deutsch und Französisch gehaltenen Festrede an markante Stationen in der 25-jährigen Geschichte dieser Partnerschaft, »die immer Begegnungen zwischen den Menschen unserer Gemeinden waren. ? Ohne das Engagement der Menschen auf beiden Seiten kann eine Partnerschaft nicht mit Leben erfüllt werden. Völker können sich nur verständigen, wenn die Menschen sich verstehen.« In diesem Zusammenhang begrüßte er speziell Madeleine Dhers und Meta Seitz, die Witwen der beiden einstigen »Triebfedern« für diese Partnerschaft.

Bürgermeister Marin freute sich, dass die Kontakte zwischen den Vereinen schon so lange und so intensiv angehalten hätten und das gegenseitige Misstrauen früherer Jahrzehnte der Vergangenheit angehört. »Wir sollten weiterhin zusammen helfen, unsere gemeinsame Zukunft zu gestalten – jeder Einzelne ist zur Mitwirkung angesprochen.« Marin dankte für die herzliche Aufnahme der Delegation lud zum Gegenbesuch der Jubiläumsfeier in Urrugne im nächsten Jahr ein.

Beitrag für den Frieden

Die Sprache bildete während der Begegnung der Sulzbacher mit ihren Gästen aus Urrugne auf dem Kirchplatz am Sonntagvormittag bei »Königswetter« keine Barriere. Wichtig war das herzliche Miteinander und die Verständigung, die notfalls »mit Händen und Füßen« unterstützt wurde. Foto: Helmut Gesierich
Die Sprache bildete während der Begegnung der Sulzbacher mit ihren Gästen aus Urrugne auf dem Kirchplatz am Sonntagvormittag bei »Königswetter« keine Barriere. Wichtig war das herzliche Miteinander und die Verständigung, die notfalls »mit Händen und Füßen« unterstützt wurde.
Foto: Helmut Gesierich

Als Vertreterin des Landrates betonte Emmi Fichtel, diese Partnerschaft zähle zu den ältesten im Landkreis. »Hierzu braucht es Menschen, die einsichtig und bereit sind, Zielsetzungen an eine Partnerschaft zu knüpfen.« Fichtel wies auf die Zusammenarbeit der Schulen hin. Die heutige Jugend solle diese Partnerschaft später weiter tragen und damit einen Beitrag zur Völkerverständigung und für den Frieden leisten.

Als Gastgeschenke nahm Bürgermeister Spinnler eine überdimensionale Baskenmütze sowie eine wertvolle »Makhila« – einen kunstvoll gearbeiteten baskischen Wanderstab, der mit einem kleinem Dolch ausgerüstet ist – in Empfang. Vom Markt Sulzbach erhielt Bürgermeister Marin zur »Silberhochzeit der Partnerschaft«, (Spinnler) unter anderem ein aus Spessartsandstein gearbeitetes Kissen mit Jubiläumsinschrift und zwei ineinander verschlungenen Ringen als Symbol der lang anhaltenden Partnerschaft. Dieses gewichtige Werk wurde von der Sulzbacher Steinbildhauerin Helena Papantonioy geschaffen. Vom Wanderverein, der Mitte der 70er Jahre die Keimzelle für die heutige Partnerschaft bildete, überreiche Hermann Gado ein großes Erinnerungsfoto mit dem inzwischen verstorbenen Förderer René Dhers.

Als Zeichen der Erneuerung des Partnerschaftsversprechens für die nächsten 25 Jahre unterzeichneten beide Rathauschefs stellvertretend für die Bürger Urkunden. »Diese Freundschaft dient letztlich dem friedlichen Zusammenleben unserer Völker in Europa«, waren sich beide einig. Beim Mittagessen und danach in geselliger Runde sorgten baskische Lieder und Tänze für Unterhaltung.

Am Montag standen in Würzburg ein Empfang durch Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer und eine Stadtbesichtigung auf dem Programm. Heute wird vormittags die Sodenthaler Mineralbrunnen GmbH besichtigt. Um 19 Uhr beginnt in der Main-Spessart-Halle ein Bayerischer Bierabend, zu dem die gesamte Bevölkerung eingeladen ist. Am Mittwochmorgen folgt die Heimreise der Gäste nach Urrugne.

Helmut Gesierich

Freunde feiern Jubiläum gemeinsam

Partnerschaft zwischen Sulzbach und Urrugne besteht seit 25 Jahren

Main-Echo, 29. April 2005

Im September 1987 erhielt in der Partnergemeinde Urrugne ein Platz den Namen »Place de Sulzbach«. Hermann Seitz, damaliger Sulzbacher Bürgermeister (links) und Michel Bercethe, stellvertretender Bürgermeister von Urrugne, eröffneten den Platz. Foto: privat
Im September 1987 erhielt in der Partnergemeinde Urrugne ein Platz den Namen »Place de Sulzbach«. Hermann Seitz, damaliger Sulzbacher Bürgermeister (links) und Michel Bercethe, stellvertretender Bürgermeister von Urrugne, eröffneten den Platz.
Foto: privat

Sulzbach. Auf breiter Basis verankert ist die Partnerschaft zwischen dem südfranzösischen Urrugne und dem nordbayerischen Sulzbach. Vom 30. April bis 3. Mai feiern beide das 25-jährige Bestehen der Verschwisterung. Erwartet wird in Sulzbach eine 70-köpfige Delegation. Anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Partnerschaft wurde Urrugnes Bürgermeister Daniel Poulou zum Ehrenbürger ernannt und Sulzbachs Grüne Lunge in »Place d´Urrugne« umbenannt. Seit September 1987 gibt’s in der französischen Kleinstadt einen »Place de Sulzbach«. 1425 Kilometer von Sulzbach entfernt liegt Urrugne fast an der Grenze zu Spanien. Mit etwa 7000 Einwohnern hat der Ort die gleiche Größe wie Sulzbach, verfügt jedoch über weitaus mehr Fläche.

Die Wurzeln der Partnerschaft gehen auf eine Begegnung zwischen der baskischen Musik- und Volkstanzgruppe Airoski und der Mandolinengruppe des Sulzbacher Wandervereins Spessartfreunde Anfang der 70er Jahre zurück. In der Folge besuchte man sich immer wieder gegenseitige. Die privaten Kontakte wurden vertieft und Mitte der 70er Jahre lernten sich der damalige Sulzbacher Bürgermeister Franz Schüßler und sein französischer Amtskollege Soubelet kennen und schätzen.

Seit 1980 verschwistert
Nach vielen Begegnungen beschloss man eine Partnerschaft, die 1980 anlässlich des Kirchweihfests in Urrugne von den beiden Bürgermeistern Daniel Poulou und Hermann Seitz besiegelt wurde. In der Folge entdeckten die Franzosen ihre Vorliebe für den Fasching, während die Sulzbacher regelmäßig zur Ferien- und Erntezeit ins Baskenland am Golf von Biscaya reisten.
Inzwischen ist die Partnerschaft auf breiter Basis verankert. Neben der offiziellen Verbindung der Kommunen halten der Wander- und der Musikverein Edelweiß enge Kontakte zu den Franzosen. Beide Vereine reisten 1977 erstmals nach Urrugne und gestalteten musikalisch ein Bierfest mit. Ein Jahr später kamen die Musiker der baskischen »Zarpai Banda« aus Hendaye übers Faschingswochenende nach Sulzbach. Seit 1979 bestehen regelmäßige Kontakte der Musiker untereinander.

Die Sulzbacher Volksschule erfüllt die Partnerschaft seit zehn Jahren mit Leben. Das Startsignal gab Friedl Kroth. In Begleitung von Gabriela Schaper-Hugo und Barbara Wussow fuhren die Schüler einer siebten Klasse nach Urrugne. Verabredet wurde eine Partnerschaft zwischen der Schule St. Francois Xavier in Urrugne und der Volksschule Sulzbach, die inzwischen auch offiziell vom deutsch-französischen Jugendwerk anerkannt ist.

Seitdem besucht man mit Kindern der vierten Klasse, die an einem Französisch-Kurs an der Sulzbacher Schule teil nahmen, diese Partnerschule. Auch aus Urrugne kamen Kinder zum Gegenbesuch.

Helmut Gesierich

Von Schnappi, Sternenkriegern und Piraten

Junge Talente des Musikvereins Sulzbach begeistern bei Konzert

Main-Echo, 27. April 2005

Das Jugendblasorchester Sulzbach unter der Leitung von Winfried Rehse führte das Publikum musikalisch um die Welt und begeisterte mit Filmmusik aus »König der Löwen« und »Fluch der Karibik«. Foto: Anna-Lena Höcker
Das Jugendblasorchester Sulzbach unter der Leitung von Winfried Rehse führte das Publikum musikalisch um die Welt und begeisterte mit Filmmusik aus »König der Löwen« und »Fluch der Karibik«.
Foto: Anna-Lena Höcker

Sulzbach. Beim dritten Jugendkonzert des Musikvereins Sulzbach erlebte das Publikum am Sonntag den Auftritt von über 100 Kindern und Jugendlichen in allen Gruppierungen – von der musikalischen Grundausbildung bis zum Jugendblasorchester. Ein sechsköpfiges Blechbläserensemble unter der Leitung von Winfried Rehse eröffnete das Konzert in der Aula der Volksschule Sulzbach schwungvoll mit dem »Marsch aus Aibling« und weckte im Publikum Vorfreude auf die weiteren Auftritte.

Zunächst belebten die kleinen grünen Krokodile aus der Grundausbildung die Bühne. Sie sangen und tanzten »Schni-Schna-Schnappi« begleitet von einem Bläserensemble. Unter der Leitung von Sonja Richter zauberten die kleinen Musiker eine heitere, lockere Atmosphäre in den Saal. Die Bläserklasse (Dirigent Winfried Rehse) bewies anschließend, wie gut die Kinder aufeinander eingespielt sind. Beim Potpourri von Volksliedern gelangen ihnen sichere Übergänge und eine für ihre kurze Ausbildungszeit sehr gute Stimmung. Mit dem »Hard Rock Blues« zeigten vor allem das tiefe Blech und die kleinen Trommler mit ihren präzisen Schlägen, was in ihnen steckt.

Das Vororchester (Winfried Rehse) erstaunte das Publikum mit Luigi di Ghisallos Werk »Der lustige Urmacher«. Fehlerfrei charakterisierte das Glockenspiel das Ticken der Uhren, die Bläser spielten sich die Stimmen gegenseitig zu, das effektvolle Schlagwerk sowie das einwandfreie Wechselspiel zwischen Holz und Blech beweisen, wie gut die kleinen Künstler schon aufeinander hören und unter Anleitung spielen können. »Galaktisches Vergnügen« versprach eines der Kinder, die durchs Programm führten, bei »Star Wars« von John Williams. Vor allem die Blechbläser sorgten hier für ein sicheres musikalisches Fundament mit sehr guter Stimmung, während die Holzbläser in den höheren Lagen dem Stück Glanz und Dramatik verliehen.

Mit Schwung und großem Können
Als Höhepunkt trat nach der Pause das Jugendblasorchester mit Dirigent Winfried Rehse auf. Dem schwungvollen Auftakt mit »Olympic Tune« (Thomas Berghoff) folgte die »Yellowstone Ouvertüre« (Joe Grain, mit der die Jugendlichen ein musikalisches Bild vom ältesten Nationalpark der Welt malten. Die gekonnte Kombination aus Melodie und Akzenten sorgte für eine gewisse Spannung, wie sie beim Wildwest-Feeling keineswegs fehlen darf.

Gleich darauf entführten die Musikerinnen und Musiker ihre Zuhörer in eine ganz andere Welt: das höfische Leben auf einer nordfranzösischen Burg, dargestellt in Kees Vlaks »The Castle of Bray« in vier Sätzen. Themen, die sich durch das Stück ziehen erzählen vom König und seinen Gästen. Vor allem der fein gespielte höfische Tanz trifft genau die Stimmung, spannungsvolle Zusammenklänge von tiefem Blech und hohem Holz, sowie häufige Tempo- und Taktwechsel erforderten hohe Konzentration und zeigten, was musikalisch in dem Jugendblasorchester steckt.

Elton Johns gefühlvollem Liebeslied »Can you feel the love tonight« aus dem Musical »König der Löwen« folgte das letzte Stück und der unübertroffene Höhepunkt des Konzerts: Klaus Badelts Filmmusik von »Fluch der Karibik«, originalgetreu nachgespielt von den jungen Talenten. Jeden Akzent plazierten die Musiker an der richtigen Stelle und schwierige Tempowechsel meisterten sie ohne Probleme. Energisch stellten sie den Angriff des Piratenschiffs »Black Pearl« auf die Kolonie dar, sanft die sich entwickelnde Liebesgeschichte zwischen der Gouverneurstochter und einem Waffenschmied. Die Trompeten setzten klangliche Glanzpunkte, tiefes Blech sorgte für Spannung und die Holzbläser bewiesen Fingerfertigkeit, sodass das Orchester am Ende tosenden Applaus erntete.

Anna-Lena Höcker

Blasmusiker aus Sulzbach und Mömlingen in München

Fast 80 Mitglieder fahren zum zehnten Landesmusikfest

Main-Echo, 20. April 2005

Sulzbach/Mömlingen. Die »Mümlingtal-Musikanten« aus Mömlingen und der Sulzbacher Musikverein »Edelweiß« treten im Juni beim Landesmusikfest der Blasmusiker auf. Zum zehnten Mal treffen sich dort Kapellen aus ganz Deutschland und dem Ausland.

Mehr als 290 Blaskapellen und Orchester verwandeln die bayerische Landeshauptstadt vom Freitag, 3. Juni, bis Sonntag, 5. Juni, in eine überdimensionale Musikarena, kündigt der Veranstalter, der bayerische Blasmusikverband, an.

Das Festival, das alle fünf Jahre in einer anderen bayerischen Stadt stattfindet, soll Vielfalt präsentieren. Die Konzerte decken daher traditionelle Blas- und Volksmusik, Big Band und Jazz bis hin zur sinfonischen Blasmusik ab.

Der Veranstalter rechnet mit 11000 Teilnehmern aus ganz Deutschland, den europäischen Nachbarländern, China und den USA. Geplant sind Standkonzerte in der Innenstadt rund um den Marienplatz, eine »Klangmeile« bei der Bundesgartenschau in München-Riem, eine Musikmesse und Wertungsspiele.

Aus Sulzbach fahren 38 und aus Mömlingen 40 Musiker mit Familien und Freunden nach München. Beide Kapellen machen am Samstag beim Konzertwertungsspiel mit, bei dem eine Jury unter anderem Intonation, Rhythmik und Zusammenspiel bewertet. Am Sonntag treten sie bei der »Klangmeile« auf der Bundesgartenschau in München-Riem auf. Für diesen Tag hat sich auch Ministerpräsident Edmund Stoiber angekündigt. Die Sulzbacher spielen zudem bei der Bundesbiergartenschau des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands.

Ein Höhepunkt des Festivals soll das Cross-Over-Konzert »E.ON Bayern – Night with Proms« in der Arena des Messegeländes sein, bei dem Hans-Jürgen Buchner und Saxofonist Klaus Kreuzeder gemeinsam mit dem Sinfonischen Blasorchester des Musikbundes von Ober- und Niederbayern spielen.

Vorbereitet wird das Fest vor allem von mehr als 100 ehrenamtlichen Helfern: »Auf München rollt ein Musikspektakel zu, das nahezu ausschließlich auf den Schultern von Ehrenamtlichen organisiert worden ist«, sagt Blasmusikverbands-Präsident Manfred Ach. Gagen muss der Verband keine zahlen: Die Kapellen spielen umsonst.

Das Festival beginnt am Freitag, 3. Juni, um 20 Uhr mit einem Ständchen auf dem Marienplatz vor dem Rathaus, bei dem etwa 1000 Musiker mitmachen. Schirmherren sind Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel und Stephan Götzl, Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern.

red

Sulzbacher Heimatverein in den eigenen vier Wänden

Ausstellung eröffnet – Museum als Fernziel

Main-Echo, 24. März 2005

   Der Sulzbacher Heimat- und Geschichtsverein hat eigene Räume. Bürgermeister Hermann Spinnler (rechts) übergab sie an den Vorsitzenden Peter Wohlschlögel. Auf den etwa 180 Quadratmetern ist die Ausstellung »Spaziergang durch die Jahrzehnte« zu sehen. Foto: Helmut Gesierich Anm. des Webmasters: In der Hand hält Bürgermeister Spinnler die alte Vereinstrommel, die schon auf einem Bild von 1931 abgebildet ist.

Der Sulzbacher Heimat- und Geschichtsverein hat eigene Räume. Bürgermeister Hermann Spinnler (rechts) übergab sie an den Vorsitzenden Peter Wohlschlögel. Auf den etwa 180 Quadratmetern ist die Ausstellung »Spaziergang durch die Jahrzehnte« zu sehen.
Foto: Helmut Gesierich
Anm. des Webmasters: In der Hand hält Bürgermeister Spinnler die alte Vereinstrommel, die schon auf einem Bild von 1931 abgebildet ist.

Sulzbach. Der Heimat- und Geschichtsverein Sulzbach-Soden-Dornau (HGV) hat seit Sonntag offiziell Ausstellungsräume. Bürgermeister Hermann Spinnler übergab die beiden Zimmer an den Vorsitzenden Peter Wohlschlögel.

    Die zwei Hallen-Räume haben etwa 180 Quadratmeter. Vor dem Umzug der Wehr waren darin Fahrzeuge untergebracht. HGV-Mitglieder haben die Zimmer hergerichtet, der Verein kann darin nun Ausstellungen veranstalten.

    Unmittelbar nach Übergabe der Räume am Sonntag machten zahlreiche Besucher einen »Spaziergang durch die Jahrzehnte«: Eine stattliche Anzahl von Exponaten aus den drei Ortsteilen wurde präsentiert – Mode aus vergangener Zeit, Haushalts- und Gebrauchsgegenstände, landwirtschaftliches Gerät und Werkzeug. Auch eine Schusterwerkstatt kann begutachtet werden. Zudem gibt es Stellwände mit alten Fotos und Darstellungen aus den drei Ortsteilen. Mit diesen Ausstellungsräumen wurde dem HGV von der Gemeinde auch ein Büro- und Besprechungsraum im Bürgerhaus Dornau auf Mietbasis überlassen.

    Bürgermeister Spinnler stellte die Leistung des jungen Vereins heraus ( im April 2001 gegründet). Die knapp 100Mitglieder seien bestrebt, Dinge für die Nachwelt zu erhalten. Er verwies auf die Kooperation von Gemeinde und HGV zur Restaurierung des Körbelsteins am Eingang der Friedhofskapelle.

    Als Aufgabe nannte Spinnler die Erforschung von Flurnamen und Mundart. Als Fernziel bezeichnete er die Gründung eines Heimatmuseums im Sulzbacher Ortskern.

    Der Musikverein »Edelweiß« umrahmte die Feierstunde auf dem Hof des Rathauses. Hermann Seitz, Vorsitzender des Musikvereins, übergab eine Jahrzehnte alte Vereinstrommel als Dauerleihgabe sowie alte Vereinsprotokolle.

helge

»Das Konzert« mit Gänsehaut-Garantie

Musikverein »Edelweiß« Sulzbach begeistert Publikum in der Main-Spessart-Halle

Main-Echo, 15. März 2005

Symphonische Blasmusik auf höchstem Niveau bot der Musikverein Edelweiß Sulzbach am Sonntagabend in der Main-Spessart-Halle und begeisterte damit sein Publikum. Foto: Nina-Anna Beckmann
Symphonische Blasmusik auf höchstem Niveau bot der Musikverein Edelweiß Sulzbach am Sonntagabend in der Main-Spessart-Halle und begeisterte damit sein Publikum.
Foto: Nina-Anna Beckmann

SULZBACH. Gibt man in der Internet-Suchmaschine Google musikalische Fachbegriffe wie pizzicato oder giovale ein, so kann es durchaus sein, dass man auf den Seiten des Musikvereins Sulzbach (MVS) landet. Genauer gesagt auf den Seiten des vereinseigenen Musikglossars, das nicht nur ausführlich, sondern auch detailliert informiert. Dass die MVS’ler aber nicht nur in den neuen Medien und in der Musiktheorie topfit sind, sondern auch in der musikalischen Praxis, bewiesen sie am Sonntagabend mit ihrem Konzert in der Main-Spessart-Halle.

Mit »das Konzert« hatten die Verantwortlichen dem musikalischen Ereignis einen sehr schlichten Titel gegeben. All jenen Musikliebhabern, die weder das Jugendblasorchester noch das Symphonische Blasorchester des Vereins, noch dessen guten Ruf kannten, dürften in Erwartung eines schlichten Konzerts ihr blaues Wunder erlebt haben. Denn das Konzert war alles andere als schlicht.

Es sollen hier nicht die in der Musikkritik zu Floskeln geratenen Metaphern »brillantes Feuerwerk« und »Schwindel erregender Melodienreigen« bemüht werden. Denn damit würde man den Sulzbacher Musikern nicht gerecht werden. Was vor allem das »erwachsene Orchester« bietet, ist symphonische Blasmusik auf höchstem Niveau und mit allen Aspekten, die dazu gehören: von Märschen bis hin zu Big-Band-Klängen. Weder Tempi noch Rhythmus oder Stimmungswechsel innerhalb eines Stücks schienen den Musikern unter Leitung von Winfried Rehse Probleme zu bereiten.

Dementsprechend abwechslungsreich war auch das Programm: Musik aus Filmen wie »Fluch der Karibik«, mit der das Jugendblasorchester eindrucksvoll sein Können bewies, Klassik, wie die Hymne und der Triumphmarsch aus Verdis Aida, Musical-Melodien wie das Medley aus Starlight-Express, das mit Gänsehaut-Garantie gespielt wurde.

Das Symphonische Blasorchester zeigte keinerlei Berührungsängste und schreckte auch nicht vor allseits bekannten Stücken wie Carl Orffs Carmina Burana oder Abbas Dancing Queen zurück, die schätzungsweise jeder Dritte zu Hause auf CD besitzt und ein dementsprechend perfektes Spiel mit eben solcher Interpretation gewohnt ist. Doch die Sulzbacher brauchten keinen Vergleich zu scheuen, wie der frenetische Beifall nach jedem Stück bewies.

Selbst Bürgermeister Hermann Spinnler war so begeistert, dass er nach der ersten Zugabe spontan das Mikrofon ergriff und Musikern und Publikum seine soeben getroffene »einsame Entscheidung« mitteilte: »Ich erlasse euch die Hallengebühr.« Zwei von beiden Orchestern gemeinsam gespielte Stücke beendeten einen wunderbaren Abend mit wahrlich ausgefallener Blasmusik.

Nina-Anna Beckmann

Abstriche bei Förderung unvermeidbar

Musikverband Untermain sieht in der Ausbildung auch künftig höchste Priorität

Main-Echo, 22. Februar 2005

Kreis Miltenberg. Beim Musikverband Untermain (MVU) habe die Ausbildung höchste Priorität und werde auch in Zukunft bei genügender Beteiligung und Finanzierbarkeit den Vorzug haben, stellte Verbandspräsident Franz Pilzweger bei der Jahresversammlung am Sonntag in der Volkshalle Großwallstadt klar.

Da zahlreiche junge Damen die Blasmusik entdeckt haben, sah Pilzweger beruhigt in die Zukunft und zeigte sich mit dem Zulauf zufrieden.

Überzeugende Argumente und Vetos der Dachorganisationen und des MVU hätten verhindert, das die Fördermittelkürzungen auf ein erträgliches Maß reduziert worden seien. Jede Kürzung, so der Präsident, beinträchtige nicht nur geplante Aktivitäten, sondern schade auch der Kulturpflege. Der Musikverband Untermain werde die seitherigen Fördermaßnahmen, allerdings mit unvermeidlichen Kürzungen, beibehalten, kündigte Franz Pilzweger an und bat die Betroffenen um Verständnis.

Der Belegungsplan im Ausbildungsangebot zeige, dass die D-Kurse und Work-Shops seit 1990 zunächst kostenfrei und von 2003 an mit einer geringen Eigenbeteiligung gut angenommen würden, Tendenz steigend.

Im Jahr 2004 hätten im Bereich des MVU 172 Musikerinnen und Musiker Prüfungen bestanden. Ihre Zertifikate in der höchsten C3-Stufe erhielten in der Jahresversammlung Hubert Morawetz (Stadtkapelle Amorbach), Erich Kohlhepp (MV Dorfprozelten), Alberto Herkert (MV Rüdenau), Susanne Gerling, Christian Gerling, Thomas Martin (alle MV Wörth).

In der Stufe D3 war es Andrea Dassing (Musikverein Germania Bürgstadt, in der Stufe C1 Ann Katrin Neuberger, Marina Brand (MV Soden), Steffen Schmitt, Jonathan Schnabel (Musikcorps Niedernberg), Monika Jordan (MV Rüdenau) Chrsitoph Schwab (MV Amorbach), Daniel Ansam (MV Rippberg), Andreas Hock, Vera Kloss, Lisa Mühleck (alle MV Sulzbach). Es wäre zu wünschen, sagte der Verbandspräsident, wenn sich die Jungmusiker nach ihren Leistungsprüfungen in den Reihen des MVU-Jugendblasorchesters wiederfänden und es verstärken würden. In allen Registern würden gute und engagierte Musiker zur Verstärkung des Leistungspotenzials gebraucht, auch seien jung gebliebene Musiker immer willkommen.

Ein Lob für die JBG-Big-Band
Zu den Aktivitäten des Verbandes stellte Pilzweger fest, dass das Verbandsmusikfest in Ebersbach/Leidersbach gut gelungen sei. Auch die sieben Kreismusikfeste seien zur guten Plattform der Blasmusik geworden. Ein besonderes Lob zollte er der Big-Band des Johannes-Butzbach-Gymnasiums zur Konzertreise in China, den Auftritten bei den ersten deutsch-chinesischen Musiktagen in Miltenberg und in der Bundeshauptstadt Berlin, wo der Landkreis und der MVU hervorragend vertreten worden sei. Es sei die Aufgabe des Verbandes, das Kulturgut Blasmusik und das bayerische und deutsche Brauchtum zu pflegen.

Einblick in die Finanzlage des MVU gab Geschäftsführer Martin Stoller. Er nannte als Einnahmen Fördermittel von 37713 Euro, sowie Zuschüsse und Mitgliedsbeiträge von 8140 Euro. Dem standen als Hauptausgaben Zuschüsse an Vereine von 14586 Euro, Dirigentenzuschüsse von 4068 Euro, für Schulungen und Fortbildungen 8629 Euro, sowie Aufwandsentschädigungen mit 6528 Euro und für das Jugendblasorchester von 3893 Euro gegenüber. Von den Revisoren Günther Bischof und Rainer Hofmann wurde eine geordnete Buchhaltung bestätigt.

Die Verbandsdirigenten Reiner Hanten und Ulrich Sauerstein berichteten von einer intensiven Nachwuchsarbeit sowie dem gelungenen Frühjahrskonzert des Jugendblasorchsters in Hofstetten. Auch werde es zur Fusion des neu gegründeten Erwachsenenorchesters mit dem Jugendblasorchester bei Gemeinschaftskonzerten kommen. Hanten kündigte Schulungen für Leistungsprüfungen im Vorspessart an und verwies auf das Wertungsspielen in diesem Jahr.

Über die Aktivitäten der stattlichen vertretenen Bläserjugend berichtete Jugendleiter Lothar Eckstein. Er machte deutlich, dass der Antrag auf Aufnahme in den Kreisjugendring Aschaffenburg befürwortet worden sei. Damit könnte nun die Arbeit in diesem Raum verstärkt werden.

Grußworte an die Verbandsversammlung richteten Großwallstadts Bürgermeister Reinhold Köhler, Bundestagsabgeordneter Wolfgang Zöller, Landtagsabgeordneter Berthold Rüth sowie Bezirksrat Erwin Dotzel. Für den musikalischen Rahmen sorgte das Jugendblasorchester Großwallstadt unter der Leitung von Andreas Pfister.

ms

360-Euro-Spende für »Red Nose Day«

Main-Echo, 05. Februar 2005

Sulzbach. Sein Probewochenende, während dessen das neue Programm einstudiert wurde, beendete das Jugendblasorchester Sulzbach am Mittwoch mit einem Konzert im voll besetzten Saal des Gasthauses »Zur Goldenen Sonne«.

Traditionell findet dieser Abend für die Familienangehörigen statt, heuer wurden alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen – man warb für einen guten Zweck. Das Ergebnis: 360 Euro für die Initiative »Red Nose Day«, die weltweit Kinder und Jugendliche unterstützt. Das Team des Gasthauses »Zur Goldenen Sonne« stellt das Trinkgeld für dieses Projekt zur Verfügung.

Die zehn- bis 17-jährigen Musiker hatten unter der Leitung von Winfried Rehse Stücke wie »Yellowstone Ouverture« von Joe Grain, »Fluch der Karibik« von Klaus Badelt oder »Can you feel the Love tonight« von Elton John im Programm. Die nächsten Konzerttermine des Jugendblasorchesters sind der 13. März und der 24. April.